Aktuelle Meldungen

28.05.2010

perspektive 2/2010Magazin perspektive: Die aktuelle Ausgabe kann unter Infomaterial  bestellt werden.

 

26.05.2010

Orientierungshilfe Orientierungshilfe Krebskranke Frauen und Ihre Kinder jetzt erschien. Unter Infomaterial kann die Broschüre bestellt werden.

 

12.03.2010

Deckblatt PatientenleitlinieBrustkrebs - Die Ersterkrankung und DCIS: Diese Leitlinie für Patientinnen liegt nun vor. Weitere Informationen

 

 

22.01.2010

Deckblatt Soziale InformationenSoziale Informationen 2010 er­schienen. Die Broschüre kann unter Infomaterial bestellt werden.

 

13.01.2010

Deckblatt JahresprogrammJahres­programm : Die Broschüre kann jetzt unter Infomaterial bestellt werden.

 

08.01.2010

DVD Krebskranke Frauen und ihre KinderDVD rebskranke Frauen und ihre Kinder: Die DVD kann jetzt unter Infomaterial bestellt werden.

 

 

12.10.2009

Netzwerk für Männer mit Brustkrebs

 

MONATLICH AKTUELL!

Patienteninfos in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Senologie - Newsletter 
www.senologie.org

Logo der Deutschen Krebshilfe

Unter der Schirmherrschaft und
mit finanzieller Förderung der Deutschen Krebshilfe e.V.
Grußworte Gerd Nettekoven - Deutsche Krebshilfe e.V.

Gerd Nettekoven Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe

Grußwort im Rahmen der Bundestagung der Frauenselbsthilfe nach Krebs, 29. August 2008, Magdeburg  

 

Liebe Hilde, sehr geehrter Herr Staatssekretär Dr. Schröder, meine sehr geehrten Damen und Herren, auch ich begrüße Sie im Namen der Deutschen Krebshilfe zu Ihrer diesjährigen Bundestagung und freue mich, auch in diesem Jahr wieder bei Ihnen sein zu können. Grußworte haben Sie von mir an dieser Stelle schon oft gehört und ich habe Frau Schulte angeboten in diesem Jahr auch einmal Andere zu Wort kommen zu lassen, auch vor dem Hintergrund, dass ich bei Ihrer Bundestagung im nächsten Jahr auf jeden Fall etwas sagen möchte. Und das hat seinen Grund, wie viele von Ihnen sich bereits denken können. Aber: Frau Schulte war hartnäckig - und mit Ihrem Wunsch an mich, einige Worte zur Begrüßung an Sie zu richten, verband sie das Anliegen, Ihnen auch aus Sicht der Deutschen Krebshilfe die Bedeutung des Nationalen Krebsplanes darzulegen, den Herr Staatssekretär Schröder bereits angesprochen hat und der derzeit in der Onkologie in aller Munde ist. Diesem Anliegen komme ich sehr gerne nach!

Meine Damen und Herren, die Diagnose 'Krebs' ist nach wie vor eine potentiell tödliche Erkrankung. Über 210.000 Bürger in Deutschland sterben jährlich an den Folgen eines Tumors, 430.000 erkranken jährlich neu an Krebs. Jeder von uns kennt jemanden mit dieser Diagnose und Sie alle wissen, welche Relevanz die Erkrankung hat. Viele Krebsarten können dank verbesserter Diagnostik und Therapie gut behandelt werden. Dennoch stehen wir bei der Krebsbekämpfung vor wachsenden Herausforderungen. So wird die Zahl der Neuerkrankungen weiter zunehmen, weil die Menschen länger leben werden und das Krebsrisiko mit höherem Alter steigt. Daher muss die optimale Versorgung krebskranker Menschen im Vordergrund stehen. „Optimal" bedeutet: auf höchstem Stand des medizinischen Wissens, individuell angepasst, interdisziplinär und ganzheitlich, also auch unter Berücksichtigung der seelischen Nöte der Betroffenen.

Die Deutsche Kebshilfe begrüßt daher ausdrücklich die Initiative der Bundesregierung. Der Nationale Krebsplan wird dazu beitragen, die Versorgung krebskranker Menschen nachhaltig zu verbessern - davon bin ich fest überzeugt. Die Kernfelder, die in einer ersten Phase angegangen werden sollen, wurden unter unserer Mitwirkung erarbeitet.

Ein vorrangiger elementarer Baustein dieses Krebsplanes ist - wie Dr. Schröder bereits sagte - die Krebs-Früherkennung. Für fast alle Tumoren gilt: Früh erkannt, sind die Heilungschancen sehr hoch. Darm-, Brust-, Haut- oder Prostatakrebs haben eine Heilungschance von 90 Prozent und mehr, wenn sie im Frühstadium entdeckt werden. Die Deutsche Krebshilfe wird bereit sein, mit definierten Fördervorhaben dazu beizutragen, die Datenlage zum Thema Früherkennung zu verbessern und die Diskussion um die Krebs-Früherkennung zu versachlichen. Gerade auf dem Gebiet der Früherkennung des Prostatakarzinoms besteht großer Handlungsbedarf. Auch die wissenschaftliche Begleitung der neu eingeführten Früherkennungsmaßnahmen, wie die Darmspiegelung, das Mammographie-Screening und - seit dem 1. Juli - das Hautkrebs-Screening, muss einen hohen Stellenwert haben. Darüber hinaus ist die Forschung gefordert, für diejenigen Tumoren neue Konzepte der Diagnostik zu entwickeln, die bei nach wie vor hohen Erkrankungszahlen eine hohe Sterblichkeit aufweisen. Dazu gehören beispielsweise Eierstock- oder Lungenkrebs.

Ein großes Problemfeld stellt darüber hinaus die seit über 35 Jahren niedrige Teilnahmerate an den gesetzlichen Krebs-Früherkennungsmaß­nahmen dar. Hier ist insbesondere die Kommunikation mit der Bevölkerung zu hinterfragen und offensichtlich zu verbessern. Zunehmend fordern die Bürger differenzierte Informationen ein und wollen sich aktiv an der Entscheidung für oder gegen eine diagnostische Maßnahme beteiligen. Der so genannte „informed consent", also die bewusste Einwilligung, ist wichtigstes Ziel aller Aufklärungsmaßnahmen. Jeder Bürger hat auch das Recht, sich bewusst gegen eine Maßnahme zu entscheiden, von deren Nutzen er nicht überzeugt ist. Die Argumente für die Krebs-Früherkennung müssen also überzeugend genug und vor allem zielgruppengerecht sein.

Das zweite Kernfeld des Nationalen Krebsplans - die Weiterentwicklung der onkologischen Versorgungsstrukturen und der Qualitätssicherung - ist uns geradezu ein Herzensanliegen. Seit Jahren stellen wir - und auch die Deutsche Krebsgesellschaft beispielsweise mit den von ihr initiierten Organkrebszentren - Überlegungen an, wie die Versorgungsstrukturen und -abläufe zum Wohle krebskranker Menschen verbessert werden können. Mit unserem Förderprogramm 'Onkologische Spitzenzentren' tragen wir bereits jetzt mit dazu bei, die Krankenversorgung modellhaft auf höchstes Niveau zu bringen. Zwingend erscheint uns, dass das in den Spitzenzentren entwickelte und erarbeitete hohe Versorgungsniveau aber auch in die Fläche gebracht wird. Denn Spitzenzentren allein werden in Deutschland keine flächendeckende Versorgung gewährleisten können. Sie können nur ein Element eines neuen Versorgungskonzeptes sein. Organkrebszentren und so genannte 'Klinischer Krebszentren' - unterhalb der Ebene der 'Spitzenzentren' stellen weitere Module dar. In den Organkrebszentren und in den klinischen Krebszentren soll nach unserem Dafürhalten grundsätzlich die Krankenversorgung auf höchstem Niveau stattfinden, und beispielsweise nicht die Forschung im Vordergrund stehen. Versorgungsrelevante Qualitätskriterien, die von Experten der Onkologie in den Spitzenzentren wissenschaftlich erarbeitet wurden, sollen auch für die Organkrebszentren und die 'Klinischen Krebszentren' gelten. Um die modellhaft bereits von uns und der Deutschen Krebsgesellschaft initiierten Strukturen in der Fläche zu platzieren, dafür erscheinen uns der Rückhalt und die Einbindung der Gesundheitspolitik zwingend. Zur flächendeckenden Verwirklichung innovativer Strukturen und Prozesse kann der Nationale Krebsplan erheblich beitragen.  

Das dritte Handlungsfeld - die Sicherstellung einer hinsichtlich ihres Nutzens belegten onkologischen Behandlung - ist ebenfalls ein zentrales Anliegen der Deutschen Krebshilfe, das wir im Rahmen des Krebsplanes mit voranbringen werden. Wir werden uns auch hier als Anwalt der Krebs-Patienten dafür einsetzen, dass alle Krebs-Patienten in diesem Land eine optimale qualitätsgesicherte und medizinisch notwendige Krebsbehandlung erhalten.

Meine Damen und Herren, der Deutschen Krebshilfe und auch mir persönlich war es ein besonderes Anliegen, bereits in den Vorgesprächen mit dem Bundesministerium für Gesundheit die Stärkung der Patientenorientierung bei den vorrangigen Handlungsfeldern mit einzubringen. Themenbereiche wie beispielsweise die Weiterentwicklung und Vernetzung bestehender Informationsangebote für Krebs-Patienten und ihre Angehörigen oder die Arzt-Patienten-Kommunikation gehören aus unserer Sicht ganz oben auf die Agenda und sind zur Abarbeitung vorgesehen.

Zusammenfassend sieht die Deutsche Krebshilfe in der - längst überfälligen - Initiative 'Nationaler Krebsplan' der Bundesregierung große Chancen, zu weiteren Verbesserungen in der Versorgung krebskranker Menschen zu gelangen. Es gilt nun, diese Chancen konstruktiv in den jetzt beginnenden Diskussionen und eingerichteten Arbeitsgruppen zu nutzen.

Meine Damen und Herren, bei der Ausgestaltung und Umsetzung sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Die Deutsche Krebshilfe begrüßt es sehr, dass in allen vom Bundesgesundheitsministerium für die genannten Handlungsfelder geplanten Arbeitsgruppen Vertreter der Krebs-Selbsthilfe mitwirken werden.  Hier können Sie augrund Ihrer eigenen und der in Ihren Organisationen gesammelten Erfahrungen einen maßgeblichen Beitrag zur Gestaltung eines patientenorientierten Versorgungssystems leisten.

Ich freue mich im Übrigen sehr, dass in diesem Jahr der familiäre Brust- und Eierstockkrebs im Mittelpunkt Ihrer Tagung steht. Bereits seit über zehn Jahren ist es der Deutschen Krebshilfe ein Anliegen, optimale Versorgungsstrukturen für erbliche bedingte Krebserkrankungen zu schaffen. Und insbesondere auf dem Gebiet erblicher Brust- und Eierstock ist uns dies mit unseren umfangreichen Fördermaßnahmen auch gelungen.

Ich wünsche nun Dir, liebe Hilde, dem gesamten Vorstand sowie Ihnen allen eine gute Veranstaltung, Zeit für den Austausch miteinander und weiterhin viel Erfolg bei Ihrer wertvollen Arbeit.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.