Aktuelle Meldungen

28.05.2010

perspektive 2/2010Magazin perspektive: Die aktuelle Ausgabe kann unter Infomaterial  bestellt werden.

 

26.05.2010

Orientierungshilfe Orientierungshilfe Krebskranke Frauen und Ihre Kinder jetzt erschien. Unter Infomaterial kann die Broschüre bestellt werden.

 

12.03.2010

Deckblatt PatientenleitlinieBrustkrebs - Die Ersterkrankung und DCIS: Diese Leitlinie für Patientinnen liegt nun vor. Weitere Informationen

 

 

22.01.2010

Deckblatt Soziale InformationenSoziale Informationen 2010 er­schienen. Die Broschüre kann unter Infomaterial bestellt werden.

 

13.01.2010

Deckblatt JahresprogrammJahres­programm : Die Broschüre kann jetzt unter Infomaterial bestellt werden.

 

08.01.2010

DVD Krebskranke Frauen und ihre KinderDVD rebskranke Frauen und ihre Kinder: Die DVD kann jetzt unter Infomaterial bestellt werden.

 

 

12.10.2009

Netzwerk für Männer mit Brustkrebs

 

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Informationen - Prof. Dr. Rita Schmutzler

Prof. Dr. Rita SchmutzlerInformationen zum familiären Brust und Eierstockkrebs

Von Frau Prof. Dr. Rita Schmutzler

Vererbung

Etwa 5-10% aller Mamma- und Ovarial-Karzinome sind auf erbliche Faktoren zurückzuführen. Wesentliche Kennzeichen des erblich bedingten Mamma- und Ovarial-Karzinoms sind eine Häufung von Erkrankten in der Familie, ein frühes Erkrankungsalter sowie Zweittumoren sowohl der Brust als auch der Eierstöcke. Bisher sind 2 Gene bekannt, deren Mutationen für die Entstehung des familiären Mamma- und Ovarial-Karzinoms verantwortlich sind. Diese Gene, BRCA1 und BRCA2, sind zusammen für ca. 50% aller erblichen Fälle verantwortlich.

Autosomal dominanter Erbgang

Der erbliche Brustkrebs wird autosomal-dominant vererbt. Dieser Vererbungsmodus lässt sich wie folgt erklären: Der menschliche Chromosomensatz besteht aus 22 sog. Autosomen, die paarweise vorliegen, und den beiden Geschlechtschromosomen X und Y. Bei einem autosomal-dominanten Erbgang besteht das Erkrankungsrisiko bereits dann, wenn nur eine der beiden paarig angelegten Erbanlagen „ungünstig" verändert ist. Da man nur eine der beiden Erbanlagen an seine Kinder weiter gibt, beträgt das Risiko für einen erstgradig verwandten Nachkommen 50%, die Mutation zu erhalten. Beim autosomal-dominanten Erbgang spielt das Geschlecht keine Rolle. Dies bedeutet, dass sowohl Männer als auch Frauen die Mutation erben bzw. diese an ihre Nachkommen weitergeben können.

Molekulargenetische Untersuchung

Es ist grundsätzlich möglich, mit molekulargenetischen Untersuchungsmethoden nach Mutationen in diesen Erbanlagen zu suchen. Gelingt die Aufdeckung einer Mutation in diesen Genen, kann eine eindeutige Diagnose gestellt werden. Dazu ist zunächst die Blutuntersuchung einer Erkrankten erforderlich. Anschließend kann bei jedem Familienangehörigen nach dem Vorliegen dieser Mutation gesucht werden und damit z.B. für Töchter oder Schwestern von Patientinnen vorausgesagt werden, ob sie Anlageträgerin für die Krebserkrankung sind oder nicht. Diese molekulargenetischen Untersuchungen sind aufwendig und dauern erfahrungsgemäß mehrere Monate.

Wird in der Familie eine eindeutig krankheitsauslösende (pathogene) Mutation bei einer erkrankten Person identifiziert, dann wird eine prädiktive genetische Analyse bei gesunden Anverwandten nur nach umfassender gynäkologischer, humangenetischer und ggf. psychotherapeutischer Beratung in unserer Klinik durchgeführt.

Wird keine Veränderung in einem der bisher bekannten Gene (BRCA1/2) gefunden, kann leider nicht mit letzter Sicherheit das Vorliegen einer „ungünstig" veränderten Erbanlage für Brust- und Eierstockkrebs ausgeschlossen werden. Wie bereits erwähnt, sind die Erbanlagen BRCA1/2 nur für etwa 50% der erblichen Erkrankungen verantwortlich und darüber hinaus sind bisher keine weiteren Risikogene bekannt. In diesem Fall richtet sich unsere Empfehlung zur Prävention nach Ihrem statistischen Risiko, welches wir mit einem standardisierten und computerbasierten Risikokalkulationsprogramm bestimmen. Ein hohes Risiko liegt vor, wenn Ihr Lebenszeitrisiko zu erkranken >30% ist oder Ihr Risiko für eine Anlageträgerschaft für eine Mutation >20% ist.

 


Indikation zur genetischen Testung

Bei den folgenden Familienkonstellationen ist eine genetische Testung der Gene BRCA1 und BRCA2 indiziert. Die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Mutation beträgt bei diesen Konstellationen über 10%.

  • ≥ 2 Patientinnen mit Eierstockkrebs
  • ≥ 1 Patientin mit Brustkrebs und ≥ 1 Patientin mit Eierstockkrebs
  • 3 Pat. mit Brustkrebs davon 2 ≤ 50 J.
  • Beidseitiger Brustkrebs bei einer Patientin ≤ 40 J.
  • 2 Brustkrebserkrankungen ≤ 50 J.
  • 2 Brustkrebserkrankungen, 1 Pat. ≤ 50 J.
  • 3 Brustkrebserkrankungen ≥ 50 J.
  • Eine einzelne Erkrankte mit Brustkrebs vor dem 35. Lebensjahr
  • Eine einzelne Erkrankte mit Eierstockkrebs vor dem 40. Lebensjahr

Früherkennungsmaßnahmen und Prävention

Da eine Frau mit einer BRCA1 oder BRCA2 Mutation im Laufe ihres Lebens mit einer Wahrscheinlichkeit von 70-80% an Brustkrebs und mit einer Wahrscheinlichkeit von 20-50% an Eierstockkrebs erkrankt, sind präventive Maßnahmen ganz wesentlich und werden an spezialisierten Zentren durchgeführt. Die Präventionsmaßnahmen betreffen sowohl die prophylaktische Mastektomie und Ovarektomie als auch die diagnostischen Möglichkeiten zum Nachweis heilbarer Frühkarzinome. Wir haben ein intensiviertes Früherkennungsprogramm etabliert, welches folgende Untersuchungen umfasst:

  • 1. regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust nach ärztlicher Einweisung (ab dem 25. LJ)
  • 2. Untersuchungen in 6-monatigem Abstand

ärztliche Tastuntersuchung der Brust (ab dem 25. LJ)

Ultraschalluntersuchung der Brust (mind. 7,5 MHz, ab dem 25. LJ))

  • 3. Untersuchungen in 1- jährlichem Abstand

       Kernspintomographie (MR) der Brust  (25. - 50. LJ)

       Mammographie der Brust (ab dem 30. LJ jährlich)

Diese Untersuchungen müssen in einem Zentrum durchgeführt werden. Die sonstigen gynäkologisch-ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen (PAP etc.) sollten weiterhin in den Praxen erfolgen. Wir bitten um regelmäßige Befundmitteilungen. Im Rahmen der Tumornachsorge von schon betroffenen Patientinnen erfolgen an unserem Zentrum die gleichen Untersuchungen wie bei Gesunden zur Früherkennung einer zweiten Tumorerkrankung.

 

25.08.2008