Mammakarzinom bei Männern - gibt es das überhaupt?
Auch Männer erkranken an Brustkrebs. Weil viele die Krankheit nicht wahrhaben wollen oder den Knoten in ihrer Brust falsch interpretieren, sind die Überlebenschancen deutlich schlechter als bei Frauen.
Brustkrebs bei Männern tritt relativ selten auf, deshalb sind sich die internationalen Experten über die genaue Zahl auch nicht einig. 1% aller Brustkrebsdiagnosen werden bei Männern gestellt, d.h. in Deutschland erkranken 500 Männer pro Jahr.
Männer sind bei Diagnosestellung im Schnitt zwischen 62 und 72 Jahre alt. Dass die Diagnose Brustkrebs bei Männern häufig erst im fortgeschrittenen Stadium, und dann mit entsprechend geringen Heilungschancen, festgestellt wird, dürfte mehrere Ursachen haben; u.a. sind zu nennen:
- Für Männer gibt es kein Brustkrebs-Früherkennungsprogramm.
- Die zuständigen Fachärzte (i.d.R. Gynäkologen) sind nicht Ansprechpartner für Männer.
- Erste Anzeichen werden von Ärzten oft aus Unwissenheit, von den betroffenen Männern aus Scham ignoriert.
- Die Datenlage bezüglich der Behandlung von Männern mit Brustkrebs ist mehr als dürftig.
Symptome eines Mammakarzinoms
Auch wenn die meisten Veränderungen im Brustbereich harmlos sind, sollten Männer sie ernst nehmen und insbesondere folgende Symptome einem Arzt zeigen:
- ein Knoten oder eine Verhärtung nur in einer Brust, meist unter oder in der Nähe der Brustwarze, oft unregelmäßig geformt, schmerzlos,
- eine Veränderung der Brustwarze oder des Brustwarzenhofs, zum Beispiel eine Einziehung oder eine Verklebung mit dem darunter liegenden Gewebe,
- eine länger andauernde Entzündung oder Ausfluss aus der Brustwarze, egal ob durchsichtig, weißlich oder blutig,
- längere Zeit vergrößerte oder verhärtete Lymphknoten in der Achselhöhle.
Dahinter können viele gutartige Veränderungen stecken - genau wie bei Frauen bedeutet auch bei Männern nicht gleich jeder getastete Knoten Krebs. Die Abklärung sollte jedoch nicht allzu lange hinaus gezögert werden.
Diagnose Brustkrebs - und dann?
Wenn die Diagnose dann gestellt wurde, wissen die wenigsten Männer, dass sie - wie Frauen - in Brustzentren behandelt werden sollten. Auch gibt es kein geeignetes Informationsmaterial für die Patienten. Das Disease-Management-Programm Brustkrebs (DMP) sieht eine Einschreibung und damit Betreuung von Männern nicht vor. So selten die Fälle auch sind, so häufig werden sie ignoriert.
Sowohl bei der Informationssuche zu ihrer Erkrankung (einen guten Überblick bietet der Krebsinformationsdienst in Heidelberg unter
http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs-mann/ ) wie auch bei der Suche nach anderen Betroffenen stoßen männliche Brustkrebspatienten schnell an Grenzen.
Um dieses zu verändern, hat die Frauenselbsthilfe nach Krebs auf ihrer diesjährigen Bundestagung im August in Magdeburg das „Netzwerk für Männer mit Brustkrebs" ins Leben gerufen. Männer, die betroffen sind, können sich bei der Frauenselbsthilfe nach Krebs mit ihren Daten (Name, Telefonnummer, Mailadresse, wenn gewünscht auch Adresse) registrieren lassen. Diese Daten werden anderen Betroffenen, Rat suchenden Männern (und nur denen!) zur Verfügung gestellt, um einen Austausch zu ermöglichen. Dies soll ein erster Schritt sein, Männer in dem Bemühen und der Notwendigkeit zu unterstützen, mit ihrer Erkrankung ernster genommen und akzeptiert zu werden, was wiederum Voraussetzung dafür ist, den Dunstkreis der Tabuisierung, in dem dieses Thema verhaftet ist, aufzubrechen.
Männer mit Brustkrebs und dem Wunsch nach Information und Austausch melden sich bitte bei der Frauenselbsthilfe nach Krebs Bundesverband e.V., Thomas-Mann-Str. 40, 53111 Bonn, Telefon 0228/33889-400, Fax 0228/33889-401, E-Mail: oder Kontaktformular. Wir sichern Ihnen äußerste Diskretion zu und freuen uns, Sie unterstützend begleiten zu dürfen!
Bundesvorstand der Frauenselbsthilfe nach Krebs




Soziale Informationen 2010
Jahresprogramm
Nachlese zur Bundestagung 2009
Studie zum Mammographie-Screening und ihre Ergebnisse bei der 29. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie am 11. Juni 2009 in Düsseldorf.
Projekt DVD "Brustkrebs" 
