29. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft
für Senologie
Düsseldorf, 11.-13. Juni 2009
Statement Hilde Schulte, Pressekonferenz
Die Etablierung des Screenings in das Deutsche Gesundheitssystem ist in relativ kurzer Zeit gelungen, unter kritischer Begleitung von Befürwortern und Gegnern, aber auch durch Frauen- und Patientenorganisationen.
Wir wollten es wissen: Die WHC und die FSH haben mit finanzieller Unterstützung des BMG eine wissenschaftlich begleitete Studie initiiert und von Juli bis Nov. 2008 vom Institut Compagnon durchführen lassen. Ziel der Studie war
- die Gründe für die Nicht-Inanspruchnahme des M-S,
- die Motivation für die Teilnahme,
- die Erfahrungen von Teilnehmerinnen am M-S und
- mögliche Wissens- und Informationsdefizite zu ermitteln.
Die Ergebnisse beenden viele Spekulationen, sie liefern Fakten statt Vorurteile, sind informativ, aufschlussreich, bemerkenswert, für manche unerwartet. Anspruchsberechtigte Frauen kamen in der Studie zu Wort, sowohl die, die teilgenommen haben als auch solche, die sich gegen eine Teilnahme entschieden haben. Was sagen die Frauen?
Auf der einen Seite zeigen die Aussagen die hohe Akzeptanz des M-S, auf der anderen Seite weisen sie auf erhebliche Wissensdefizite und eine Überschätzung des Nutzens vom M-S hin.
Die hohe Akzeptanz des M-S zeigt sich in folgenden Angaben:
Das M-S wird von allen Früherkennungsmaßnahmen als die sicherste Untersuchung eingeschätzt (2. Ultraschall,3. Tastuntersuchung der Brust durch Frauenarzt/Arzt, 4. Selbstabtasten)
- 66 % der eingeladenen Frauen haben teilgenommen,
- 34 % waren eingeladen und haben nicht teilgenommen,
- 56 % der anspruchsberechtigten Frauen waren zum Zeitpunkt der Befragung eingeladen,
- 6 % hatten sich selbst eingeladen,
- 38 % waren nicht eingeladen.
Der Frauenarzt / die Frauenärztin spielt eine wichtige Rolle für die Frauen:
74 % der Teilnehmerinnen, 75 % der Nichtteiln. waren in
den letzten 12 Monaten bei ihrem Frauenarzt,
Frauenarzt ist für 68 % der
Teilnehmerinnen und 56 % der Nichtteiln. wichtigste Kontaktperson zum Thema M-S
(Radiol. 7/7 %, Hausarzt 17/13 %, mit keinem Arzt 23 / 37 %)
Die konsultierten Frauenärzte haben eine positive Einstellung zum M-S
91 % der Frauenärzte haben den Teilnehmerinnen zu der
Teilnahme geraten, 1 % hat abgeraten und 8 % waren neutral,
bei den Nichtteilnehmerinnen hatten 74 % die Teilnahme
empfohlen, 22 % waren neutral und 4 % hatten abgeraten.
Teilnehmerinnen am M-S zeigen einen hohen Zufriedenheitsgrad mit dem Angebot:
Über 90 % beurteilen das M-S positiv im Hinblick auf Einhaltung des Termins, Kompetenz und Freundlichkeit des Personals, Modernität der Geräte, Ablauf der Untersuchung und Hygiene. Das Einladungsschreiben erleichtert die Teilnahme und der Terminvorschlag wird keineswegs als bevormundend empfunden.
Deutlichstes Veto für das M-S: 90 % der Teilnehmerinnen würden wieder hingehen und 89 % würden es weiterempfehlen.
Aber es gibt auch die andere Seite, die Wissens- und Informationsdefizite belegt:
- 60 % der Befragten wissen nicht, dass Brustkrebs und Alter in einem Zusammenhang stehen.
- 56 % glauben, dass M-S Brustkrebs verhindern kann. Sie überschätzen den Nutzen des M-S.
- Die erbliche Vorbelastung wird als Hauptfaktor für die Entstehung von Brustkrebs angesehen.
Mehr Informationen fordern die Frauen bezüglich
- der Sicherheit des Befundes,
- dem Unterschied der bisherigen Mammographie zur Screening-M,
- zu den gesundheitlichen Risiken des M-S,
- zur Verwendung ihrer Daten,
- zu zahlen und Fakten über Brustkrebs.
Als Fazit ist festzuhalten, dass ein langfristiger Erfolg des M-S immer wieder Anstöße und insbesondere die Unterstützung der Gynäkologen und der Fachgesellschaften braucht. Sie können am ehesten dazu beitragen, Wissens- und Informationsdefizite zu beseitigen und ratsuchenden Frauen eine informierte Entscheidung ermöglichen. Die Aushändigung von Broschüren allein reicht nicht aus.
Weitere Einzelheiten zu den Ergebnissen der Studie finden Sie in der Veröffentlichung in der Zeitschrift Frauenarzt Nr. 6 Juni 2009.



Soziale Informationen 2010
Jahresprogramm
Nachlese zur Bundestagung 2009
Studie zum Mammographie-Screening und ihre Ergebnisse bei der 29. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie am 11. Juni 2009 in Düsseldorf.
Projekt DVD "Brustkrebs" 
