Initiatoren:
Women‘s Health Coalition e. V. (WHC) in Kooperation mit der Frauenselbsthilfe nach Krebs, Bundesverband e.V.
Koordination: Irmgard Naß-Grigoleit, WHC
Finanzielle Unterstützung: Bundesministerium für Gesundheit (BMG) Bonn
Durchführung der Studie: Compagnon Marktforschungsinstitut Stuttgart
Projektbetreuung: Projektteam / Steuerungsgruppe, Wissenschaftliche Betreuung durch vier Expertinnen
Befragung
6000 Frauen - repräsentativ- im Alter von 50 - 69 Jahren, in 10 Bundesländern, in denen das Mammographie-Screening seit mindestens einem Jahr läuft.
Fragebogeninhalte:
- Einschätzung des allgemeinen Gesundheitszustandes
- Kontakthäufigkeit zum Frauenarzt / Frauenärztin, Hausarzt
- Einstellung zum Thema Vorsorge / Früherkennung
- Einschätzung von Risikofaktoren für Brustkrebs
- Einschätzung von Früherkennungsmaßnahmen bei Brustkrebs
- Gründe für die Nichtinanspruchnahme des Mammographie-Screenings
- Motivation für die Teilnahme am Mammographie-Screening
- Beurteilung des Mammographie-Screenings
- Informationsdefizite bzgl. des Mammographie-Screenings
- Charakterisierung der Selbsteinladerinnen
- Ermittlung sozio-demografischer Merkmale
Die Ergebnisse der Studie „Inanspruchnahme des Mammografie-Screening- Barrieren und erste Erfahrungen" liegen vor.
Durchführung der ersten repräsentativen, wissenschaftlich begleiteten Studie in 10 Bundesländern, in denen das Mammographie-Screening seit mindestens einem Jahr läuft.
Zielsetzung und Fragestellungen der Studie:
- Einstellung zu Gesundheit im Allgemeinen
- Einstellung zu Vorsorge / Früherkennung und individuelles Verhalten
- Einschätzung des individuellen Brustkrebsrisikos und Wissen zu den Risikofaktoren
- Inanspruchnahme von Mammographie-Untersuchungen generell
- Einstellung zum Mammographie-Screening
- Versorgungs- und Teilnahmequote des Mammographie-Screening
- Erfahrungen mit und Bewertung des Mammographie-Screenings
- Übertragbarkeit auf andere Tumor
Die Hauptfragestellungen:
- Ermittlung von Gründen für die Nicht-Inanspruchnahme des Mammographie-Screenings
- Motivation für die Teilnahme am Mammographie-Screening
- Erste Erfahrungen von Teilnehmerinnen mit dem Mammographie-Screening
- Identifizierung von Wissens- und Informationsdefiziten für die weitere Kommunikationsstrategie
Methodisches Vorgehen zweistufig:
- Qualitative Analyse der Motivatoren und Inhibitoren, 20 psychologische Tiefeninterviews von 75-90 Minuten Dauer.
- Quantitative Befragung
- Telefonische Befragung
- 68.188 Haushalte (auf Basis einer repräsentativen Zufalls-Haushaltsstichprobe) wurden telefonisch kontaktiert,
- davon hatten 40.967 kein Interesse an der Studienteilnahme,
- davon waren 10.820 unter 50 Jahre und 7.616 über 69 Jahre,
- davon waren 51 Frauen, denen das Mammographie-Screening unbekannt ist.
- 9004 Frauen waren zur Mitwirkung bereit. Davon waren 56 % eingeladen, 6 % hatten sich selbst eingeladen und 38 % waren nicht eingeladen und hatten sich nicht selbst eingeladen.
- Schriftliche Befragung
- An 9.004 Frauen, die im Telefonkontakt zur Mitwirkung bereit waren, wurde der Fragebogen versandt.
- 3 226 Frauen haben den Fragebogen ausgefüllt und termingerecht zurückgesandt.
Auszug aus den Ergebnissen:
Das Thema Vorsorge / Früherkennung wird von den Frauen generell als wichtig erachtet.
Brustkrebs wird an dritter Stelle nach Schlaganfall und Alzheimer / Demenz als besonders bedrohliche Erkrankung genannt. Allerdings ist nur ca. 40 % der Frauen bewusst, dass das Brustkrebsrisiko ab dem 50. Lebensjahr ansteigt. Fast alle Frauen haben bereits Erfahrungen mit der Mammographie. Das Mammographie-Screening wird in einer Rankingliste als die sicherste und als eine vertrauenswürdige Früherkennungsmaßnahme eingeschätzt. Das Einladungsschreiben zum Mammographie-Screening mit dem Terminvorschlag wird von Frauen nicht als Bevormundung, sondern als hilfreich empfunden und akzeptiert. Auch die Hausärzte und Frauenärzte haben eine positive Einstellung zum Mammographie-Screening.
Wenn eine Aussage für die heutige Bewertung des Mammographie-Screening stehen sollte, dann diese: 90 % der Teilnehmerinnen würden bei der nächsten Einladung wieder hingehen und 89 % der Teilnehmerinnen würden es Freundinnen und Bekannten weiterempfehlen.
Immerhin haben 66 % der eingeladenen Frauen am Mammographie-Screening teilgenommen.
Und die Defizite?
Natürlich hat die Befragung auch Schwachstellen zutage gefördert. Auffällig ist die länderweise sehr unterschiedliche und zum Teil geringe Einladungsquote. Zu Verbesserung der Einladungsquote müssen die organisatorischen Hürden im Einladungssystem dringend beseitigt werden, denn die Frauen brauchen eine Einladung zum Mammographie-Screening, damit sie es in Anspruch nehmen können.
Eine weitere Schwachstelle sind Informations- und Wissensdefizite, z. B. über den Zusammenhang zwischen Alter und Entstehung von Brustkrebs, über den Unterschied zwischen dem Mammographie-Screening und der bisherigen Mammographie, über die Verwendung der persönlichen Daten und über die Sicherheit des Befundes.
Ausblick
In den nächsten Wochen erfolgt eine weitere detaillierte Datenauswertung und die Verfassung eines wissenschaftlichen Berichtes, der so bald wie möglich der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Die Erkenntnisse dieser Studie, so ist bereits vorgesehen, sollen bei künftigen Strategien im Zusammenhang mit dem Mammographie-Screening einbezogen und im Nationalen Krebsplan bei diesbezüglichen Planungen für andere Tumorarten berücksichtigt werden.
Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit
Pressemitteilung der Kooperationsgemeinschaft Mammographie
Pressemitteilung Deutsche Krebshilfe, Woman‘s Health Coalition e.V. und Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.



