Angesichts der sich ständig weiterentwickelnden medizinischen Möglichkeiten und der strukturellen Veränderungen des Gesundheitssystems steigen die Anforderungen an die Beratungsangebote von Selbsthilfeorganisationen. Um die Qualität ihres Beratungsangebotes zu sichern, hat die FSH im Jahr 2004 mit Unterstützung des Institutes für gesundheits- und
sozialwissenschaftliche Forschung und Beratung Freiburg (IFB) ein Schulungskonzept erarbeitet, das allen Mitgliedern das
notwendige Rüstzeug an die Hand gibt, um krebskranke Menschen zeitgemäß,
qualifiziert und entsprechend den Erfordernissen unseres
Gesundheitssystems beraten zu können. Dafür wurde das vielfältige
vorhandene Wissen strukturiert, vertieft, standardisiert und somit für
alle abrufbar gemacht. Das Konzept verdeutlicht, was Betroffene und
Beteiligte im Gesundheitssystem von der FSH erwarten können - was
geleistet und was nicht geleistet werden kann. Das Schulungsprogramm wurde im Jahr 2011 komplett überarbeitet und heißt nun "Kompetenztraining 21".
Kompetenztraining 21
Block 1: Wir - die Frauenselbsthilfe nach Krebs
Block 2: Gruppenleitung und Beratung
Block 3: Öffentlichkeitsarbeit und Auftreten
Block 4: Regeln und Formalien
Block 5: Gesundheitspolitik
Durchführung und Teilnahme
Die Schulungen werden von besonders geeigneten Mitgliedern der Frauenselbsthilfe nach Krebs durchgeführt. Die Referentinnen / Referenten erhalten vor und während ihres Einsatzes ein spezielles Training, werden begleitet und tauschen sich regelmäßig bei Weiterbildungen aus. Jeder Landesverband ist verpflichtet, Fortbildungen mit diesen Blöcken für alle Mitglieder durchzuführen. Innerhalb von drei Jahren sollte jedes Mitglied diese Fortbildungen durchlaufen haben.
Qualitätmanagement/ Evaluation
Das Qualitätsmanagement der FSH überprüft in regelmäßigen Abständen die Aktualität und Richtigkeit der Schulungsinhalte. Änderungen im gesundheitspolitischen und medizinischen System können so kurzfristig aufgegriffen und an die Mitglieder im Rahmen der Schulungen weitergegeben werden.
Nach jeder Schulung erhalten die Mitglieder einen Fragebogen zu den Schulungsinhalten, zur Umsetzbarkeit auf der Gruppenebene und zur Art der Präsentation. Die Fragebögen werden anonym ausgefüllt und für jede Schulung separat ausgewertet. Auch die Erfahrungen der Referentinnen und Referenten werden per Fragebogen erfaßt und ausgewertet. Die hier gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Aktualisierung des Schulungskonzeptes ein.
Der Beratungsleitfaden
Zeitgleich mit der Entwicklung des Schulungsprogramms wurde ein Beratungsleitfaden entwickelt, der unseren Mitgliedern Hilfe und Orientierung in der Beratung von krebskranken Menschen bietet. Er kann aber auch außerhalb unseres Verbandes als Informations- und Nachschlagewerk für Beratungssituationen in der Selbsthilfe genutzt werden.
Der Beratungsleitfaden ist ein gemeinsames Produkt des IFB und der FSH. Er spiegelt die Betroffenensicht wider und ist aus der Perspektive unseres Verbandes geschrieben, um unseren Mitgliedern eine Identifikation mit seinen Inhalten zu erleichtern. Die einzelnen Abschnitte des Beratungsleitfadens korrespondieren inhaltlich mit den Blöcken des Schulungsprogramms.
Der Beratungsleitfaden kann von Mitgliedern in der Geschäftsstelle der FSH bestellt werden: Telefonisch 0228/33889-400 oder über kontakt@frauenselbsthilfe.de.