Heilungschance bei Brustkrebs steigt
Bonn (ek) - Die Heilungschancen bei früh erkanntem Brustkrebs liegen über 90 Prozent. Das nunmehr in Deutschland nahezu flächendeckend eingeführte Mammographie-Screening, eine Röntgenuntersuchung der Brust, kann einen
wichtigen Beitrag dazu leisten, die Krankheit bei möglichst vielen Frauen in einem frühen Stadium zu entdecken. Gemeinsam mit der Kooperationsgemeinschaft Mammographie-Screening und dem Bundesverband Frauenselbsthilfe nach Krebs informiert die Deutsche Krebshilfe über dieses Angebot, denn: „Das qualitätsgesicherte Mammographie-Screening ist derzeit die beste Methode, um bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren frühzeitig bösartige Veränderungen der Brust festzustellen", so Professor Dr. Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe.
Jede zehnte Frau in Deutschland ist im Laufe ihres Lebens von Brustkrebs betroffen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 62 Jahren. Zur Früherkennung von Brustkrebs wurde in den letzten Jahren ein strukturiertes und qualitätsgesichertes Mammographie-Screeningprogramm für Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren eingeführt. Angestrebt wird eine Teilnahmerate am Screening von mindestens 70 Prozent. Internationale Studien gehen davon aus, dass bei einer so hohen Beteiligungsrate hierzulande bis zu 3.000 Frauen jährlich weniger an Brustkrebs sterben werden. Das Mammographie-Screening ergänzt das bisherige Angebot zur Brustkrebs-Früherkennung, bei dem gesetzlich versicherten Frauen ab dem 30. Geburtstag einmal jährlich eine Tastuntersuchung der Brust durch den Frauenarzt zur Verfügung steht.
Im Brustkrebsmonat Oktober 2008 bieten einige Mammographie-Einrichtungen in Deutschland Tage der offenen Tür an. Eine Übersicht dieser Termine steht im Internet unter http://www.kooperationsgemeinschaft-mammographie.de. Diese Veranstaltungen bieten jedem Interessierten die Chance, sich vor Ort persönlich über die Mammographie zu informieren. Ärzte und Mitarbeiter erläutern den Untersuchungsablauf und beantworten Fragen. „XXXX", so Sebastian Graebe-Adelssen, Geschäftsführer der Kooperationsgemeinschaft Mammographie-Screening.
Wird bei einer Frau Brustkrebs diagnostiziert, ist es wichtig, dass die weitere Behandlung ebenfalls auf höchstem Niveau der medizinisch/wissenschaftlichen Erkenntnis erfolgt. „Wir empfehlen den Betroffenen daher, sich in Brustzentren behandeln zu lassen, die von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Senologie zertifiziert wurden. Diese stehen Frauen bundesweit zur Verfügung", empfiehlt Hilde Schulte, Bundesvorsitzende der Frauenselbsthilfe nach Krebs.
Die Deutsche Krebshilfe bietet allgemeinverständliche Informationsmaterialien zum Thema Brustkrebs an. Diese gibt es kostenlos bei der Geschäftsstelle in Bonn (Postfach 1467, 53004 Bonn) oder im Internet unter http://www.krebshilfe.de.
Info: Mammographie
Etwa 10,4 Millionen Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren haben in Deutschland alle zwei Jahre Anspruch auf eine qualitätsgesicherte Mammographie-Screeninguntersuchung. Die Einladung erfolgt postalisch. Die Kosten der Untersuchung tragen die Krankenkassen; eine Praxisgebühr fällt nicht an. Es werden zwei Röntgenaufnahmen von jeder Brust gemacht und von mindestens zwei Ärzten unabhängig voneinander ausgewertet. Nach dem Screening erhalten Frauen innerhalb von sieben Werktagen eine Mitteilung über das Ergebnis. Ist ein Abklärungstermin nötig, wird auch der Haus- oder Frauenarzt über den Verdachtsbefund informiert, wenn die Frau dies wünscht. Die weitere Diagnostik erfolgt dann mittels weiterer Röntgenaufnahmen, Ultraschall, Magnetresonanz-Tomographie und gegebenenfalls einer Gewebeentnahme (Biopsie). Bei unauffälligem Befund erfolgt nach zwei Jahren eine erneute Einladung.
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Bonn, 29. September 2008



