Beitrag für die Zeitschrift G+G der AOK
Mammographie-Screening
Mammographie-Screening bewegt die Gemüter seit Jahren. Befürworter und Gegner melden sich in allen nur möglichen Medien zu Wort. Gut daran ist, dass das Thema Früherkennung von Brustkrebs im Focus der Öffentlichkeit bleibt. Weniger gut daran ist, dass Frauen verunsichert werden durch die unterschiedlichen Informationen, die nicht immer sachdienlich sind und manchmal mehr einer bestimmten Interessenlage als dem Wohl von Frauen dienen.
Fakt ist, dass die Etablierung des Mammografie-Screenings im Deutschen Gesundheitssystem innerhalb dieser kurzen Zeit eine Leistung ist, die Anerkennung verdient. In anderen Ländern dauerte der Implementierungsprozess wesentlich länger. Dennoch haben wir ihn mit Ungeduld verfolgt.
Fakt ist, dass wir uns für die Implementierung des Mammographie-Screenings stark gemacht haben, um Frauen unnötige, leidvolle Erfahrungen zu ersparen. Nach wie vor sind wir kritische Begleiter des Prozesses, der nun seine bundesweite Ausbreitung erreicht hat.
Fakt ist, dass während der Implementierung Mängel und Defizite aufgetreten sind, die es zu beseitigen gilt.
Fakt ist, dass die Informationsmaterialien dem heutigen Kenntnisstand angepasst werden müssen.
Fakt ist, dass Mammografie-Screening ein wichtiger Baustein in der Versorgungskette bei Brustkrebs ist, der einem besonders defizitären Bereich deutliche Verbesserungen bringt. Er erhöht deutlich die Heilungschancen und senkt die Sterberate bei Brustkrebs. Der Gewinn an Lebensqualität durch eine bessere Prognose und weniger belastende Therapien, von denen viele Mitglieder der Frauenselbsthilfe nach Krebs zu berichten wissen, wird viel zu wenig hervorgehoben.



