Beantragung eines Schwerbehindertenausweises

Der Schwerbehindertenausweis kann sofort nach der Krebsoperation, nach Abschluss der Akutbehandlung oder auch zu einem späteren Zeitpunkt beim zuständigen Versorgungsamt beantragt werden. Es ist zu empfehlen, dem Antrag vorhandene Arztberichte, z. B. den Entlassungsbericht des Krankenhauses, beizufügen. Das Versorgungsamt ist berechtigt, Gutachten von den im Antrag genannten behandelnden Ärzten anzufordern.

Im Antrag sind alle Erkrankungen und Beschwerden, die zu einer Behin­derung geführt haben, anzugeben, auch die Erkrankungen, die nicht mit der Krebserkrankung in Zusammenhang stehen. Bei Vorliegen mehrerer Behinderungen wird nicht aufaddiert, sondern das Zusammenwirken dieser Behinderungen bewertet. Das Antragsverfahren endet mit dem Bescheid der Festsetzung des GdB.

Den Schwerbehindertenausweis gibt es in zwei Ausführungen: Der „grüne“ Ausweis bescheinigt die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch, den Grad der Behinderung und die gesundheitlichen Merkmale. Den „grün-oran­gefarbenen Freifahrtausweis“ erhalten schwerbehinderte Menschen, die das Recht auf unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personenverkehr in Anspruch nehmen können.

Der Ausweis wird heute im Scheckkarten-Format ausgestellt. Die alten Ausweise behalten ihre Gültigkeit bis zu ihrem regulären Ablaufdatum.

Beim Auftreten von neuen Erkrankungen bzw. Behinderungen kann Antrag auf „Verschlimmerung“ und damit Erhöhung des GdB gestellt werden. Hier­für gibt es beim Versorgungsamt besondere Antragsformulare.

Den Antrag auf Schwerbehinderung stellen Sie bei dem für Sie zuständigen Versorgungsamt. Auf der Website „einfach-teilhaben.de“, die vom Bundesministerium für Arbeit uns Soziales bereit gestellt wird, finden Sie die

Antragsformulare der Versorgungsämter aller Bundesländer

Tipps zur Antragsstellung

  1. Geben Sie nicht nur die Grunderkrankung, sondern auch alle zusätzlichen Beeinträchtigungen (z. B. Gleichgewichtsprobleme aufgrund einer Polyneuropathie) und Begleiterscheinungen (z. B. deutliche Einschränkungen der Konzentrations- und Merkfähigkeit, Fatigue usw.) an.
  2. Listen Sie Kliniken und Ärzte auf, die am besten über die angeführten Gesundheitsstörungen informiert sind.
  3. Sprechen Sie die Antragstellung mit dem behandelnden Arzt ab. Der Arzt sollte in den Befundberichten die einzelnen Auswirkungen der Erkrankung (z. B. körperliche Belastbarkeit) detailliert darstellen. Diese Kriterien, nicht allein die Diagnose, entscheiden über den Grad der Behinderung.
  4. Reichen Sie bereits vorhandene ärztliche Unterlagen gleich bei Antragstellung mit ein, z. B. Krankenhausentlassungsbericht, Reha-Bericht, alle die Behinderung betreffenden Befunde in Kopie.
  5. Fügen Sie ein möglichst aktuelles (Pass-)Foto an.

 

Geprüft: März 2022/ Frauenselbsthilfe Krebs