Voraussetzungen

Welche Voraussetzungen müssen für die Durchführung einer onkologischen Rehabilitation erfüllt sein?

Grundsätzlich gilt, dass eine Rehabilitationsmaßnahme aus medizinischen Gründen erforderlich sein, vom Arzt verordnet werden und vom Kostenträger genehmigt werden muss. Die onkologische Rehabilitation ist als einzige Rehabilitationsart – unter bestimmten Bedingungen – auch für Rentner mit onkologischen Erkrankungen und sogar nichtversicherte Angehörige wie Ehepartner oder Kinder möglich.

Persönliche Voraussetzungen

Wenn Sie eine Rehabilitationsmaßnahme antreten wollen, müssen Sie in der Lage sein, die dort zum Einsatz kommenden Maßnahmen durchzuführen und aktiv zu unterstützen. Das setzt voraus, dass 

  • die Akutphase der Erkrankung bzw. die Wundheilung und die ggf. daran anschließende Bestrahlung abgeschlossen ist;
  • Sie in der Lage sind, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen (Gehfähigkeit);
  • Sie selbsthilfefähig sind, das heißt ohne Fremdhilfe zur Toilette gehen, selbstständig essen, sich allein waschen und ankleiden können.

Ausnahmen bestehen für Patientinnen mit speziellen Körperbehinderungen.

Wie sinnvoll ist für Sie persönlich die Teilnahme an einer Rehabilitationsmaßnahme?

Wann und ob Sie eine Rehabilitationsmaßnahme beantragen, richtet sich nach Ihrem Gesundheitszustand und Ihren persönlichen Bedürfnissen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder anderen Betroffenen (z.B. in einer Selbsthilfegruppe der Frauenselbsthilfe nach Krebs) darüber. Nicht für jeden ist eine Rehabilitationsmaßnahme gleichermaßen sinnvoll und richtig. Jede Patientin hat auch das Recht, sich bewusst gegen eine Reha-Maßnahme zu entscheiden. Die folgende Checkliste* kann Ihnen helfen, Ihren Gesundheitszustand selbst einzuschätzen und die Frage nach der Notwendigkeit einer Rehabilitation zu beantworten:

  • Ich fühle mich durch die Tumorerkrankung und/oder Therapie körperlich eingeschränkt.
  • Ich fühle mich durch die Tumorerkrankung und/oder Therapie psychisch belastet.
  • Ich lebe allein bzw. erhalte durch Freunde und Verwandte nicht die notwendige Unterstützung.
  • Ich befürchte, meinen Beruf nicht mehr oder nur mit Schwierigkeiten ausüben zu können.
  • Meine Fähigkeit, weiterhin in meinem Beruf tätig zu sein, ist nach Einschätzung meines Arztes gefährdet.
  • Ich bin bereits länger als sechs Monate arbeitsunfähig.

* Aus: Patientinnen-Leitlinie „Brustkrebs – Die Ersterkrankung und DCIS“.

Wenn Sie einer dieser Aussagen zugestimmt haben, sollten Sie eine Rehabilitationsmaßnahme in Erwägung ziehen und Ihren Arzt oder bei laufender Therapie im Krankenhaus auch den Krankenhaussozialdienst bitten, Sie diesbezüglich zu beraten.

Wenn Sie sich allerdings zu Hause, in Ihrer Familie, in Ihrem Freundeskreis gut aufgehoben fühlen und glauben, im persönlichen Umfeld die Krankheit am besten bewältigen und gesunden zu können, dann ist das als Ihr persönlicher Weg zu akzeptieren und gleichwertig mit anderen Optionen anzusehen. Wichtig ist für Sie, in einer informierten Entscheidung das Für und Wider einer Rehabilitationsmaßnahme gut abzuwägen.

Die einmal getroffene Entscheidung schließt aber nicht aus, dass Sie sich zu einem späteren Zeitpunkt anders entscheiden und veränderten Gegebenheiten Rechnung tragen.

Geprüft: Januar 2015 / Frauenselbsthilfe nach Krebs

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