Anschlussheilbehandlungen

Unmittelbar an die stationäre Behandlung schließt sich die Anschlussheilbehandlung (AHB), auch Anschlussrehabilitation (AR) genannt, an. Das ist eine ganztägige ambulante oder stationäre Leistung, die dazu dient, den Behandlungserfolg zu sichern und insbesondere mit Therapiefolgen wie Erschöpfung, Wundheilungsstörungen, seelischen Problemen, Ernährungsproblemen usw. besser umgehen zu lernen. AHB/AR wird in einer speziell dafür zugelassenen Reha-Einrichtung ambulant oder stationär erbracht . 

Die AHB/AR muss von Ihnen beantragt werden, solange Sie sich zur Behandlung im Krankenhaus befinden. Das Krankenhauspersonal stellt die Erforderlichkeit fest. Der Sozialdienst des Krankenhauses unterstützt Sie bei der Antragstellung und leitet die AHB/AR in Abstimmung mit Ihnen, dem Kostenträger und der aufnehmenden Rehabilitationsklinik ein. Darüber hinaus berät Sie der Sozialdienst auf Wunsch bei allen weitergehenden psychosozialen und sozialrechtlichen Fragestellungen. 

Bei Krebspatientinnen wird die AHB/AR in der Regel nach Abschluss der lokalen Primärtherapie, d.h. nach Operation und Strahlentherapie sowie adjuvanter (unterstützender) Chemotherapie, eingeleitet. Eine Chemotherapie, Antikörpertherapie oder antihormonelle Therapie kann ggf. auch während der AHB weitergeführt werden. Meist erfolgt die Maßnahme über einen Zeitraum von drei Wochen. Sie kann jedoch bei Notwendigkeit verlängert werden.

Wichtig!

Eine AHB/AR muss innerhalb eines „angemessenen“ Zeit­raums nach Abschluss der Akutbehandlung (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie) angetreten werden. Dabei gelten bis zu fünf Wochen noch als angemessen. In besonderen Fällen wird die Frist auf zwölf Wochen verlängert, z.B. bei Krebserkrankungen im Hals-Nasen-Oh­ren-Bereich oder bei Wundheilungsstörungen. Für die Fristverlänge­rung ist ein medizinisch begründeter Antrag notwendig.

Ist der Beginn der medizinischen Rehabilitation innerhalb die­ser Zeit aus medizinischen Gründen nicht möglich, kann der Arzt des Krankenhauses zu einem späteren Zeitpunkt eine An­schlussgesundheitsmaßnahme (AGM) einleiten. Der Beginn die­ser AGM wird individuell vom behandelnden Arzt festgelegt. Im Unterschied zur AHB muss hier jedoch die Rentenversicherung vorab prüfen, ob Sie die Voraussetzungen erfüllen. Vorher darf die Maßnahme nicht angetreten werden. Eine AGM kommt außerdem in Frage, wenn Sie nicht gesetzlich, sondern privat oder gar nicht krankenversichert sind.  

In Kürze

  • Antrag durch Akutklinik (Sozialberater/Arzt) oder Strahlentherapieeinrichtung;
  • Beginn: direkt nach der Krankenhausentlassung oder innerhalb von zwei bis fünf Wochen nach abgeschlossener ambulanter Strahlenbehandlung oder Chemotherapie; späterer Beginn als AGM möglich.
  • Dauer: in der Regel drei Wochen, Verlängerung bei entsprechender Indikation möglich.

Geprüft: Januar 2019 / Frauenselbsthilfe nach Krebs

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