Erwerbsminderungsrente (§ 43 SGB VI)

Wenn Sie z.B. wegen einer schweren Erkrankung nicht mehr oder nur noch stundenweise arbeiten können, haben Sie die Möglichkeit, eine Erwerbsminderungsrente zu beziehen und damit das fehlende Einkommen zu ersetzen. Sie kann zeitlich begrenzt oder unbefristet, d.h. bis zur Regelaltersrente, gewährt werden. 

Vor der Gewährung prüft der Rentenversicherer anhand ärztlicher Unterlagen und ggf. weiterer Gutachten, ob die medizinischen Voraussetzungen für den Bezug dieser Rente erfüllt sind bzw. ob Ihre Erwerbsfähigkeit durch eine medizinische oder berufliche Rehabilitation wiederhergestellt werden kann. Denn grundsätzlich gilt: "Reha vor Rente".

Eine Erwerbsminderungsrente kann gewährt werden, wenn Sie

  • die medizinischen Voraussetzungen erfüllen,
  • die Altersgrenze für die Regelaltersrente noch nicht erreicht haben,
  • in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit geleistet und
  • die Wartezeit* von fünf Jahren erfüllt haben.

* Zu allen Wartezeiten zählen Zeiten aus einem Versorgungsausgleich oder Rentensplitting und aus 450-Euro-Jobs.

Erwerbsminderungsrente bei voller Erwerbsminderung

Wenn Sie auf absehbare Zeit zu den üblichen Bedingungen des Arbeitsmarkts täglich nicht mehr als drei Stunden tätig sein können, prüft der Rentenversicherer – wie oben erläutert -, ob Sie einen Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung haben. Sollte dies der Fall sein, wird die Erwerbsminderungsrente in voller Höhe gewährt.

Erwerbsminderungsrente bei teilweiser Erwerbsminderung

Wird durch den Rentenversicherer festgestellt, dass Sie täglich mindestens drei Stunden, aber weniger als sechs Stunden zu den üblichen Bedingungen des Arbeitsmarkts tätig sein können und die weiteren Bedingungen für die Gewährung dieser Rente erfüllen (s.o.), so gelten Sie als "teilweise erwerbsgemindert". Sie erhalten in diesem Fall die Hälfte der Rente wegen voller Erwerbsminderung.

Berechnung der Erwerbsminderungsrente

Die Höhe der Erwerbsminderungsrente errechnet sich unter anderem aus den Rentenansprüchen, die Sie im Laufe Ihres Erwerbslebens erworben haben. Zur Berechnung der Höhe einer Erwerbsminderungsrente wird ein fiktives Renteneintrittsalter herangezogen und damit ermittelt, wie sich die Rentenansprüche bei gleichbleibender Berufstätigkeit entwickelt hätten. Die Zurechnungszeit beginnt jeweils mit dem Eintritt in die Erwerbsminderungsrente und endet mit gesetzlichen Renteneintrittsalter. Die Zurechnungszeiten hat der Gesetzgeber eingeführt, um – teilweise extrem – niedrige Renten zu vermeiden, wenn die Krankheit oder Behinderung bereits sehr früh eintritt. Mit den Zurechnungszeiten werden die bisher erreichten rentenrechtlichen Zeiten aufgestockt.

Die Zurechnungszeit ist im Januar 2019 auf das Alter von 65 Jahren und 8 Monaten angehoben worden. Für Menschen, die bereits eine Erwerbsminderungsrente beziehen, endet die Zurechnungszeit nach wie vor im Alter von 62 Jahren und drei Monaten. Nur bei den „Neurentnern“ verlängert sich die Zurechnungszeit. Ab 2020 steigt die Zurechnungszeit bis 2031 schrittweise weiter auf 67 Jahre.

Wird die Rente vor der jeweils maßgeblichen Altersgrenze in Anspruch genommen, müssen Rentenabschläge in Kauf genommen werden. Für jeden Monat früherer Inanspruchnahme 0,3 Prozent, insgesamt jedoch höchstens 10,8 Prozent. 

Erwerbsminderungsrenten sind in der Regel auf drei Jahre befristet.  danach wird der Anspruch erneut überprüft. Grundsätzlich gilt vor dem Erreichen der Altersgrenze: “Reha geht vor Rente“.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zur Erwerbsminderungsrente erhalten Sie hier:

Deutsche Rentenversicherung 
Broschüre der Deutschen Rentenversicherung

Oder Sie wenden sich an eine der Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung, um sich dort kostenfrei beraten zu lassen.

Geprüft:  Januar 2019/ Frauenselbsthilfe nach Krebs

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